Marrakesch – 3. Tag – Jardin Majorelle, Yves Saint Laurent und Le Tobsil

Hallo Ihr Lieben,

willkommen zum dritten Teil meiner kleinen Marrakesch-Serie. Es ist so schön, über diese Reise zu schreiben, da durchlebe ich alle Erinnerungen nochmal.

Am dritten Tag wollten wir raus aus der Altstadt und ein paar Unternehmungen im neueren Teil der Stadt ins Auge fassen. Aber erstmal in Ruhe auf der Dachterrasse frühstücken. Ganz entspannt in den Tag starten. Fast schon im marokkanischen Lifestyle angekommen.

Und auch schon sehr marokkanisch nahmen wir uns dann ein Taxi in Richtung Jardin Majorelle etwas nördlich der Altstadt. Das ist ein botanischer Garten der von dem französischen Maler Jaques Majorelle angelegt wurde. Die Bilder von dem kennt kein Mensch, aber der Garten und das strahlende Majorelle-Blau sind doch recht bekannt. In den 80er Jahren wurde der verwilderter Garten von Yves Saint Laurent gekauft, bis heute kommt das Geld zum Erhalt des Gartens aus einer Stiftung, die der Lebens- und Geschäftspartner von YSL, Pierre Bergé, angelegt hat. YSL hat sich wohl viel hier aufgehalten und den Ort geliebt, sogar seine Asche ist im Rosengarten verstreut und es gibt einen Gedenkstein für ihn im Garten.

Der Garten ist wirklich wunderschön, es war bloß sehr voll, als wir da waren. Der Eintritt ist für Marrakesch-Verhältnisse relativ happig. Im Preis des Kombitickets inbegriffen ist aber auch das Berbermuseum, in dem die Kultur der Berber durch Alltags- und Kunstgegenstände sowie Kleidung dargestellt wird. War interessant, durfte man bloß nix fotografieren.

Eigentlich hätten wir gerne in dem sehr malerischen Gartencafé etwas getrunken (zum Beispiel einen Pfefferminztee), aber es war einfach zu voll. Also raus aus dem Garten und 100 m weiter war schon das ganz neue Yves-Saint-Lauren-Museum. Es hat erst seit Mitte Oktober 2017 geöffnet und wir waren ja Anfang November da.

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Hach, das war ja was für mein Fashion-Herz. Neben einem Film, viele Zeichnungen und Fotos gab es auch ikonische Kleider aus fast jeder Kollektion von YSL zu sehen. Auch hier leider eigentlich keine Fotos erlaubt. Le Smoking, das Mondrian-Kleid, das Kleid mit der riesigen rosa Schleife…. alles da zu sehen.

Danach waren wir ausreichend erschöpft, um eine kleine Pause einzulegen. Taten wir dann auch in einem sehr modernen stylishen Café gegenüber des Jardin Majorelle Eingangs, das Kaowa. Es gibt dort Eis (was sich gerade erst langsam in Marrakesch durchsetzt)! Preise eher europäisch als marrokanisch. Aber wie gesagt, alles sehr stylish und lecker.

Dann wollten wir eigentlich ein bisschen modernes Shopping betreiben, da es in der Altstadt doch etwas anstrengend war (siehe Tag 1). So schlenderten wir Richtung Plaza am Place 16 Novembre, angeblich ein Einkaufszentrum. Aber das war eine richtige Enttäuschung. Viele Läden noch oder schon wieder leer stehend und ansonsten nix Besonderes. Ich fand das Viertel Gueliz, das in vielen Reisesführern erwähnt wird, jetzt auch nicht so besonders ansehnlich. Nach einer kleinen Pause im Park El Harti nahmen wir uns dann ein Taxi und fuhren zurück in unsere Unterkunft, denn wir hatten für den Abend in einem der besten Restaurants Marrakesch reserviert und wollten uns noch ein bisschen frisch machen.

Also frisch angehübscht und eingetaucht in das Labyrinth der Medina auf der Suche nach dem „Le Tobsil“. Übrigens: Highheels könnt Ihr getrost zu Hause lassen, Ihr brecht Euch nur die Füße auf dem Pflaster in Marrakesch.

Auch die Suche nach dem „Le Tobsil“ war erneut abenteuerlich. Dank Google Maps haben wir die Abzweigung von der Hauptgasse in ein neues Labyrinth schnell gefunden. Dann wurde es aber sehr ungenau auf der Karte. Zum Glück fuhr ein Mann auf einem Fahrrad an uns vorbei und rief nur fragend in unsere Richtung „Le Tobsil“? Öhm, keine Ahnung, wie er darauf kam… drei europäisch aussehende Frauen in einer dunklen Gasse mit Handy in der Hand und fragenden Blicken…. ^^ Jedenfalls brachte er uns dann netterweise zu einer Tür. Kein Schild, keine Beleuchtung, kein nix. Nur ein finster aussehender Typ, der vor der Tür stand. Trinkgeld an unseren Guide und schon waren wir mittendrin. Wir wurden ausgesprochen freundlich und persönlich begrüßt von einer der Besitzerinnen, Christine Rio, und an unseren Tisch geleitet. Dieser stand im Innenhof des Hauses und war mit Rosenblättern dekoriert. Im Hintergrund spielten zwei marokkanische Musiker auf einer Trommel und einer Art Gitarre.

Das Konzept des „Le Tobsil“ ist relativ simpel. Man muss reservieren und man bezahlt einen Festpreis. Dafür kann man soviel trinken (auch Wein und Kaffee/Tee) und essen, wie man schafft. A la carte kann man nicht essen. Wir haben ca. 60 € pro Person für ein 5-Gänge-Menü bezahlt, was angesichts der Qualität der Speisen und Getränke, des Services und des ganzen Drumherums mit Musik und Tanzdarbietung (ja, der eine Musikertyp hat dann auch noch wild getanzt) im Vergleich zu Preisen in Restaurants auf diesem Niveau in Deutschland nicht teuer war.

Geboten wurde ein typisch marrokanisches Menü, das ausgespochen köstlich geschmeckt hat. Als Vorspeise kamen unendlich viele Schälchen mit verschiedenen Vorspeisen und Salaten auf den Tisch. Gefolgt von Hühnchen aus der Tajine, Couscous mit Gemüse, Lamm mit Pflaumen und einem gemischten Desserteller. Kaffee und Pfefferminztee, Wein und Wasser bis zum Abwinken. Wir waren auf jeden Fall pappsatt und haben uns prächtig amüsiert. Und je länger ich darüber schreibe, desto hungriger werde ich (ich müsste doch noch ein paar Nudeln haben… ach, ist mein Alltag armselig 🙂

Wir wurden dann noch von einem der Kellner aus dem Labyrinth herausgeführt bis zur Hauptgasse, so dass wir auch leicht wieder in unser Riad gefunden haben. Was für ein herrlicher Abend zum Abschluss unser Reise.

Ein vierter und letzter Teil folgt noch, hier gehts zu Teil 1 und Teil 2.

Alles Liebe

Julia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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