Lissabon Nr. 4 Öffentlicher Nahverkehr 

Hallo Ihr Lieben,

wenn ich Städtereisen mache, versuche ich das meiste zu Fuß zu erkunden. Um einige Punkte zu erreichen, nutze ich dann aber auch den öffentlichen Nahverkehr. Hier nun meine Erfahrungen dazu, die ich in Lissabon gemacht habe. Kein Anspruch auf Vollständigkeit 🙂

Um sich zurecht zu finden, habe ich vor allem eine App genutzt, die Lisboa.move-me.mobi – App. Einfach „Lisboa move me“ im Appstore eingeben, dann findet man sie (bin iPhone-Nutzer…). Des weiteren habe ich die Lisbon Rail Map Lite (also die kostenlose Variante) benutzt, hier sind aber nur die Metrostrecken und die Nahverkehrszüge enthalten.

 

Allgemeine Tipps

In Bussen und Straßenbahnen gilt: vorne einsteigen, hinten aussteigen, sonst wird man auch mal von den eigentlich sehr freundlichen Fahrern angefaucht.

Die Einwohner von Lissabon stehen brav in der Schlange an den Haltestellen. Nur Touristen drängeln sich vor.

An Bushaltestellen muss man auf jeden Fall winken, wenn man den Bus der Linie, die man nehmen will, anfahren sieht. Ansonsten fährt er vorbei. Hatte das zwar gelesen, aber nicht dran gedacht und schon sah ich sehr verblüfft den Bus von hinten 🙂 Nach dieser Erfahrung winkte ich mir ganz lässig jeden Bus heran, als wäre ich in Lissabon geboren…

 

Zum Thema Ticket:

Da habe ich mir echt einen Wolf im Vorfeld gelesen. Da die Metro von einer anderen Gesellschaft betrieben wird als die Straßenbahnen, Busse und Aufzüge (Carris) muss man da ein bisschen aufpassen. Sicherlich kann man für jede Fahrt Einzelfahrscheine kaufen, aber das kommt mir immer ein bisschen verschwenderisch und umständlich vor. Leider gibt es keine Mehrtageskarte, die gibt es nur als Kombikarte (Sightseeing und Nahverkehr), die Lisboa-Card. Infos dazu gibt es hier. Ist ja ein bisschen Geschmacksache, aber ich mag solche Karten nicht ganz so gern, ich fühle mich dann immer irgendwie zum Sightseeing gezwungen, obwohl ich das wirklich gerne mache. Im Urlaub will ich aber die Freiheit haben, mich auch mal treiben zu lassen. Insofern habe ich dann weiter recherchiert und mich dann für die Viva Viagem Karte entschieden. Diese kann in allen Verkehrsmitteln genutzt werden. Die Karte kostet 50 Cent und man kann sie mit einem Geldbetrag aufladen und dann „Zapping“ machen. Das heißt, dass man beim Betreten und ggf Verlassen des Verkehrsmittel seine Karte an einen gelben Leser hält oder in der Metro in das Lesegerät schiebt und dann der Betrag für die Fahrt von der Karte abgebucht wird. Im Vergleich zu Einzelfahrtscheinen erhält man einen deutlichen Rabatt. Man muss seinen Betrag etwas im Blick haben, so dass man weder zu viel noch zu wenig drauf hat, man kann den Betrag an den Automaten einfach checken. Dort kann man die Viva Viagem Karte auch kaufen. Habe irgendwo gelesen, dass man die Quittung unbedingt aufheben soll, weil die Karten leicht kaputt gehen, damit man eine Erstattung bekommt. Ist mir aber nicht passiert.

Was nicht zu empfehlen ist, die Karten onboard, also beim Straßenbahn- oder Busfahrer zu kaufen, dort sind die deutlich teurer als am Automaten. Die Automaten haben ein englisches Menu, man findet sich also dort ganz gut zurecht.

Überblick über die Verkehrsmittel:

Metro

Die Metro in Lissabon besteht aus vier Linien, die nach Farben bezeichnet sind.

Blau (Azur) fährt von Amadora Este über Avenida, Baixa-Chiado, Terreiro do Paco nach Santa Apolonia.

Grün (Verde) fährt von Telheiras über Rossio, Baixa-Chiado nach Cais do Sodré. Hier hat man Anschluss an die Nahverkehrszüge in Richtung der Badeorte Estoril und Cascais sowie nach Bélèm (Sightseeingziele wie Torre de Bélèm und Hieronymus-Kloster).

Rot (Vermelha) fährt vom Flughafen (Aeroporto) über Oriente nach Sao Sebastio.

Gelb (Amarela) fährt von Odivelas über Campo Grande, Entrecampos (zB hier Anschluss an Nahverkehrszug nach Sintra, alte Königsresidenz) nach Rato.

Die Metro ist sauber und wirkte auf mich auch zur späteren Stunde sicher, habe sie viel benutzt, um etwas weitere Ziele zu erreichen. Tagsüber ist die Taktung auch recht häufig. In der Rush Hour in der Woche kann es auch mal voll werden. .Sowohl bei Betreten der Station als auch beim Verlassen muss man seine Karte durch einen Leser schieben, um die Station überhaupt betreten bzw. verlassen zu können.

Nahverkehrszüge

Dieses Verkehrsmittel habe ich benutzt, um einen Strandtag in Cascais zu verbringen. Diesen Zug kann man ab der Station Cais do Sodré besteigen, dahin kommt man mit der grünen Metro-Linie.

Straßenbahn (Electrico)

Die Straßenbahnen auf den historischen Linien in Lissabon sind schon etwas besonderes, zu erwähnen ist hier sicherlich die Linie 28E, die auch in jedem Reiseführer steht. Die Linie fährt unter anderem durch den Stadtteil Alfama. Die Straßen sind dort zum Teil so schmal, so dass man das Gefühl hat, zwischen Bahn und Hauswand passt maximal noch eine Zeitung. Des Weiteren sind die Straßen sehr steil, so dass ein leichtes Achterbahngefühl entsteht. Die Wagen auf diesen Strecken sind ziemlich alt, aber generalüberholt, neue Modelle können diese Anforderungen wohl gar nicht bewältigen. Eine Fahrt mit der 28 macht wirklich Spaß, doch sollte man die Fahrt entweder in den frühen Morgen oder in den Abend legen. Tagsüber ist die Bahn permanent mit Touristen überfüllt. Gewarnt wird auch vor Taschendieben auf der Strecke, aber da muss man ja nicht nur in Lissabon aufpassen. Auf anderen Linien fahren sehr moderne Wagen, das ist aber nicht so spannend 🙂


Bus

Auch Bus bin ich gefahren (nach Bélèm), moderne Busse, hat super funktioniert. Und immer daran denken: winken, wenn man einsteigen will 🙂

Aufzüge und Standseilbahnen (Ascensores)

Ein besonderes Verkehrsmittel sind die verschiedenen Aufzüge und Standseilbahnen, die zur Überwindung der starken Höhenunterschiede in Lissabon eingesetzt werden. Zum Teil sind sie kostenlos, zum Teil gelten sie als Teil des öffentlichen Nahverkehrsnetzes. Checkt einmal meinen Blogpost hier, da habe ich einen einfachen und nicht so anstrengenden und kostenlosen Weg auf den Burgberg (Castelo de Sao Jorge) beschrieben. Sehr schön ist die Fahrt mit dem Ascensor da Glória. Dieser verbindet den Aussichtspunkt Miradouro de Sao Pedro de Alcantara mit dem Platz „Restauradores“.


Der schönste Aufzug ist sicherlich der Elevador de Santa Justa. Da war mir aber immer die Schlange zu lang, so dass ich mir den nur von unten angeschaut habe.


Fähren

Man kann auf einigen Routen den Tejo überqueren, zB von Terreiro do Paco nach Barreiro. Die Fähren werden von der Gesellschaft Transtejo betrieben, die Homepage leider nur auf portugiesisch.

 

So, das war mein Überblick über den öffentlichen Nahverkehr in Lissabon und meine persönlichen Eindrücke. Bei Fragen könnt Ihr Euch gerne melden.

Alles Liebe

Julia

 

 

 

 

 

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